DSGVO: Werden Sie den Sicherheitssturm überstehen?

Sie würden meinen, dass eine einfache und sichere Kommunikation mit Mitarbeitern und Kunden ganz oben auf der Checkliste jedes Finanzdienstleistungsunternehmens steht, oder? Dass die Notwendigkeit von Vertraulichkeit und Einhaltung gesetzlicher Vorschriften nie größer war? Besonders angesichts der Tatsache, dass Finanzdaten bei den jüngsten Sicherheitsverletzungen am häufigsten offengelegt und gestohlen wurden. Denken Sie noch einmal nach! Unsere Umfrage im letzten Jahr hat ergeben, dass 83 % der Finanzdienstleistungsfachleute E-Mails häufiger verwenden als jede andere Form der Kommunikation, aber 23 % keine Verschlüsselungstechnologie für E-Mails und Filesharing verwenden oder nichts davon wissen.

Es ist Zeit für Unternehmen, die Schotten dicht zu machen, denn die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) steht vor der Tür und die Unternehmen sind besorgt über ihre Auswirkungen. Die Europäische Kommission hat neue regionenübergreifende Vorschriften verabschiedet, die im April 2018 in Kraft treten. Unternehmen, die die neuen Gesetze nicht einhalten, drohen Geldbußen in Höhe von 20 Millionen Euro oder vier % ihres weltweiten Umsatzes – je nachdem, welcher Betrag höher ist. Geldbußen in dieser Höhe haben erhebliche Auswirkungen auf jedes Unternehmen. Man muss sich nur die Kosten ansehen, die TalkTalk nach seinem spektakulären Datendiebstahl im letzten Jahr entstanden sind (60 Millionen Pfund und mehr und ein beträchtlicher Verlust an Kunden) – und man kann sich vorstellen, dass Bußgelder wie diese den CFO schlaflose Nächte bereiten.

Wir haben eine Roundtable-Veranstaltung für CIOs und CISOs von Finanzdienstleistungsunternehmen veranstaltet. Die meisten gaben zu, dass sie wussten, dass etwas in Bezug auf die Einhaltung der DSGVO getan werden musste, aber sie wussten nicht, wo sie anfangen sollten. Aus den Gesprächen mit diesen hochrangigen Persönlichkeiten der Finanzdienstleistungsbranche ging klar hervor, dass sich die Unternehmen der Bedrohung durch Cyber-Angreifer und Hacker voll bewusst sind. Sie haben bereits Maßnahmen dagegen ergriffen. Der Druck, Kosten zu senken, ist jedoch für alle ein Kampf. Untersuchungen der CityUK Cyber ​​Taskforce (S. 11) haben ergeben, dass Cyberbedrohungen für 46 Prozent der Unternehmen ein zentrales Problem darstellen, verglichen mit nur 10 Prozent in der gleichen Umfrage im Vorjahr. Nicht nur interne E-Mails müssen mit dem richtigen Maß an Sicherheit geschützt werden. Auch die externe Kommunikation mit Kunden braucht Sicherheitsmaßnahmen. Geschichten über Cyberkriminalität und Datenschutzverletzungen sorgen weiterhin täglich für Schlagzeilen, während die Verbraucher technisch und sicherheitstechnisch versierter sind als je zuvor. Tatsächlich ergab eine kürzliche Umfrage des US-Handelsministeriums, dass 45 Prozent der Verbraucher angaben, sie würden aufgrund von Bedenken hinsichtlich der Cybersicherheit keine Finanztransaktionen online durchführen.

Finanzdienstleister sollten über starke Verschlüsselungslösungen verfügen, die sowohl für das Unternehmen handhabbar sind als auch die Bedürfnisse und Erwartungen der Kunden erfüllen. Banken sträuben sich weiterhin dagegen, weil sie denken, es sei zu kompliziert. Viele argumentieren, die Kunden würden nicht verstehen, wie sie komplexere Sicherheitslösungen verwenden sollen. Das ist einfach keine Entschuldigung mehr. Auf dem Markt gibt es zahlreiche Optionen, bei denen das Benutzererlebnis im Mittelpunkt steht. Eine wertvolle E-Mail-Verschlüsselungslösung vereinfacht den Vorgang sowohl für Absender als auch für Empfänger.

Die Kosten eines Datenschutzverstoßes für ein Finanzdienstleistungsunternehmen gehen weit über rein finanzielle Überlegungen hinaus (obwohl die Aussicht auf enorme Geldstrafen im Rahmen der DSGVO sicherlich Anlass zur Sorge gibt). Ein Rückgang des Kundenvertrauens und ein Reputationsschaden sind ebenso kostspielige Faktoren. Seit langem haben Finanzunternehmen ihre Sicherheitsvorkehrungen im Randbereich ihrer Unternehmen erhöht. Jetzt müssen sie diesen Schutz auch auf ihre Kunden ausweiten. Probleme wie der TalkTalk-Datenverstoß und neue staatliche Schnüffelbefugnisse in Form des Investigatory Powers Bill haben die Kunden besorgter denn je um die Sicherheit ihrer Daten gemacht. Banken müssen schnell handeln, um ihre Kunden zu beruhigen und einen Wechsel zu einem sichereren Konkurrenten zu vermeiden. Darüber hinaus müssen alle FS-Unternehmen sicherstellen, dass sie die DSGVO einhalten, indem sie die Verschlüsselung personenbezogener Daten und das Konzept von Sicherheit und Datenschutz durch Technikgestaltung umsetzen, bevor die Verordnung 2018 in Kraft tritt.

Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) tritt im Mai 2018 in ganz Europa in Kraft. US-amerikanische und kanadische Unternehmen, die glauben, dass sie davon nicht betroffen sind, werden ein böses Erwachen erleben – mit Geldstrafen in Höhe von 20 Millionen Euro oder 4 % ihres weltweiten Umsatzes, je nachdem, welcher Betrag höher ist!

Dieser Artikel erschien ursprünglich im Global Banking & Finance Review