Sind Sie auf das kanadische Gesetz zur verpflichtenden Meldung von Datenschutzverletzungen vorbereitet?
Mit der Einführung neuer Regeln im Rahmen des kanadischen Personal Information Protection and Electronic Documents Act (PIPEDA) reicht es nicht mehr aus, sich für einen Datenmissbrauch zu entschuldigen. Seit November 2018 müssen alle Datenmissbrauche, die kanadische persönliche Daten betreffen, gemeldet und die betroffenen Parteien benachrichtigt werden.
Aber für wen gilt PIPEDA?
PIPEDA ist Kanadas Bundesdatenschutzgesetz für private Organisationen. Kurz gesagt gilt dieses Gesetz für alle personenbezogenen Daten, die im Rahmen kommerzieller Aktivitäten bei Geschäftsbeziehungen mit Kanada gesammelt, verwendet oder offengelegt werden. Nach den neuen Regeln für Datenmissbrauch muss bei der Weitergabe dieser personenbezogenen Daten ein Bericht beim Büro des Datenschutzbeauftragten von Kanada eingereicht, ein Protokoll des Missbrauchs erstellt und alle von dem Missbrauch betroffenen Personen darüber benachrichtigt werden, dass ihre Informationen kompromittiert wurden.
Europas Vorbild in Sachen Datenschutz
Die Aktualisierungen von PIPEDA folgen unmittelbar auf die DSGVO der Europäischen Union, die im vergangenen Mai in Kraft getreten ist. Während die bestehenden kanadischen Datenschutzpraktiken den aktuellen DSGVO-Anforderungen entsprechen, dienen diese zusätzlichen Regeln als proaktive Absicherung, da die europäischen Regeln in den nächsten Jahren weiter verschärft werden. Sie sollen auch dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit kanadischer Unternehmen in Europa zu erhalten – und hohe Geldstrafen zu vermeiden.
Und diese neuen Änderungen von PIPEDA sind nicht ohne Biss!
Zusätzlich zu Markenschäden und möglichen Klagen drohen bei Verstößen gegen PIPEDA nun schwere Geldstrafen von bis zu 100.000 US-Dollar. Die Strafen sind zwar nicht so hoch wie die verheerenden Multimillionen-Dollar-Geldstrafen der DSGVO, aber hoch genug, um die Einhaltung durchzusetzen.
Wie bleiben Sie also konform?
Der angemessene Schutz sensibler personenbezogener Daten ist leichter gesagt als getan – oft ist ein mehrgleisiger Ansatz erforderlich. Um die neuen PIPEDA-Regeln einzuhalten, müssen Sie proaktiv Maßnahmen ergreifen, um Verstöße von vornherein zu verhindern – dazu gehört auch der Schutz der Daten, die Ihr System verlassen. Und die Verschlüsselung sensibler Daten ist ein wichtiger Indikator dafür, dass die Informationen im Rahmen aller Datenschutzbestimmungen oder -gesetze angemessen geschützt sind.