Das Ende von Fax Britannica! Kommt im britischen öffentlichen Sektor ein neues papierloses Zeitalter?
Am 1. Januar 2019 hat der britische National Health Service (NHS) einen großen digitalen Schritt gemacht – keine neuen Faxgeräte. Das mag zwar unbedeutend erscheinen, aber die zugrunde liegende Botschaft ist tiefgreifend: ein vollständiges Bekenntnis zu digitalen Nachrichtenkanälen.
Hintergrund
Seit mehreren Jahren droht der NHS damit, digital zu werden, die Kommunikation per Post einzustellen und seinen 70 Jahre alten nationalen Gesundheitsdienst online – und digital – zu bringen. Und von Problemen mit der Benutzerfreundlichkeit bis hin zu ernsteren Dingen wie dem Verlust von 900.000 Patientenbriefen Ende 2017, dem größten Ausrutscher des NHS bisher, war der Start holprig.
Aber unter der Führung des ehemaligen Unterhaltungsministers und heutigen Gesundheitsministers Matt Hancock bleibt der „NHS Long-Term Plan“ unverändert und bleibt seinem Bekenntnis zu allem Digitalen treu. In Bezug auf die digitale Einführung beginnt der 136-seitige Bericht mit starken Worten: „Nahezu jeder Aspekt des modernen Lebens wurde und wird weiterhin durch Innovation und Technologie radikal umgestaltet – und das Gesundheitswesen bildet da keine Ausnahme.“
Keine Faxe mehr
Bis 2020 will der NHS Faxgeräte vollständig aus seinem System verbannen – mit dem Ziel, sie bis März nächsten Jahres vollständig abzuschaffen. Dies bedeutet unter anderem, dass sie ihre Abhängigkeit auf eine rein digitale Umgebung verlagern – was ihren Bedarf an einer effektiven Verschlüsselungslösung auf ein kritisches Niveau treibt. Minister Hancock bezieht die Notwendigkeit der Verschlüsselung in einen vorgeschlagenen Plan zum Aufbau einer digitalen NHS-Architektur ein, die eine solide Grundlage für eine neue Generation digitaler Dienste bieten kann.
Die Einsparungen sind groß
Der papierlose Übergang über digitale Kommunikation bietet Organisationen wie dem NHS einen enormen Mehrwert. Zwischen 2013 und 2016 sparte der NHS beispielsweise 136 Millionen Pfund (ca. 178 Millionen Dollar) mit seinem Electronic Prescription Service (EPS) – einem digitalen Kommunikationsdienst, der derzeit von 93 Prozent der englischen Hausarztpraxen genutzt wird. Und etwas so Einfaches wie die Buchung von Terminen über digitale Kanäle soll dem NHS weitere 50 Millionen Pfund (ca. 65 Millionen Dollar) pro Jahr einsparen.
Ein zweiter Vorteil einer digitalen, papierlosen NHS-Zukunft besteht darin, den Dienst als führende Umgebung für innovative Gesundheitsorganisationen zu fördern. Als Health-Tech-Hub erhalten NHS-Benutzer einen Platz in der ersten Reihe bei aufkommenden Gesundheitstechnologien und -praktiken.
Faxgeräte sind nur der Anfang
In nur einem Jahrzehnt, bis 2029, will der NHS vollständig papierlos sein – ein ziemliches Unterfangen. Aber die Vorteile sind enorm! Durch das Angebot papierloser Gesundheitsoptionen erhalten Patienten, medizinisches Fachpersonal und NHS-Mitarbeiter gleichermaßen Zugang zu sofortigen, überall verfügbaren Diensten – und können NHS-Benutzer so gesünder und länger unabhängig halten.
Doch angesichts all der sensiblen persönlichen Daten, die im Gesundheitswesen verarbeitet werden, sind robuste Verschlüsselungslösungen auf Unternehmensebene erforderlich. Und von TLS bis hin zu End-to-End-Verschlüsselungslösungen wie der Nur-Anhang-Verschlüsselung muss jede realistische Lösung auch Flexibilität für ein hervorragendes, unkompliziertes und nahtloses Benutzererlebnis bieten.