Unternehmen erkennen Verschlüsselung als „kritisch“ an, schrecken aber weiterhin vor der Komplexität zurück
E-Mail-Verschlüsselung hat für 53 Prozent der Unternehmen eine „kritische“ oder „sehr wichtige“ Geschäftspriorität, obwohl sie nur von 40 Prozent der Unternehmen „intensiv“ genutzt wird. Die Ergebnisse einer von Osterman Research im Auftrag von Echoworx durchgeführten Marktforschungsumfrage deuten darauf hin, dass die Technologie bei Führungskräften zwar zunehmend an Bedeutung gewinnt, jedoch weiterhin Probleme hinsichtlich der Benutzerfreundlichkeit bestehen.
Die Studie „Enterprise Encryption and Authentication Usage: A Survey Report“ befragte fast 165 IT-Entscheider und -Influencer, die durchschnittlich 14.000 E-Mail-Nutzer pro Unternehmen betreuen, zur Nutzung von Verschlüsselung im Kontext von E-Mail, Filesharing und anderen Kommunikationskanälen für den Austausch sensibler und vertraulicher Daten. Mehr als die Hälfte der Befragten (53 Prozent) hielt E-Mail-Verschlüsselung für eine Priorität – ein Anstieg von fast 10 Prozent gegenüber 2015.
Die Ergebnisse zeigten jedoch auch, dass Verschlüsselung nicht so häufig eingesetzt wird, wie sie sollte. Nur zwei von fünf (40 Prozent) Unternehmen gaben an, Verschlüsselung „intensiv“ zu nutzen. Auf die Frage, welche Hindernisse einer breiteren Nutzung der Technologie im Wege stehen, antworteten mehr als die Hälfte (53 %) der Befragten, dass die E-Mail-Empfänger überfordert seien. Dies deutet darauf hin, dass die Benutzerfreundlichkeit für Absender und Empfänger nach wie vor ein großes Problem für Unternehmen darstellt.
„Trotz der Bedeutung und der Vorteile der Verschlüsselung herrscht immer noch der weit verbreitete Irrtum, dass die Technologie nur für technisch versierte Anwender geeignet ist“, so Jacob Ginsberg, Senior Director bei Echoworx. „Die Herausforderung in der Sicherheitsbranche besteht heute darin, dass Lösungen trotz der immer komplexeren Bedrohungslage kinderleicht zu bedienen sein müssen. Der Mensch sucht naturgemäß nach dem einfachsten Weg, um eine Aufgabe zu erledigen, und dieser Weg muss auch der sicherste sein. Die Entwicklung effizienterer, benutzerfreundlicherer und cloudbasierter Verschlüsselungssysteme wird die Akzeptanz vorantreiben.“
Da die DSGVO-Frist in weniger als 18 Monaten abläuft, ist Verschlüsselung eine Schlüsseltechnologie, die es Unternehmen ermöglicht, die Vorschriften einzuhalten und hohe Geldstrafen zu vermeiden. Ein Drittel (33 Prozent) der Befragten gab jedoch an, dass ihre Pläne zur Ausweitung des Datenschutzes durch Verschlüsselung erst in „mehr als einem Jahr“ umgesetzt werden, sodass nur noch wenig Zeit bleibt.
„Verschlüsselung ist eine der wichtigsten Technologien, die Unternehmen einsetzen können, um die DSGVO einzuhalten“, so Ginsberg weiter. „Angesichts der zunehmenden Zahl von Datenschutzverletzungen trägt eine Verschlüsselungsrichtlinie, die ein breites Spektrum an Anwendungen und Zwecken abdeckt, wesentlich zum Schutz der Daten von Unternehmen und ihren Stakeholdern bei.“